ein tiefes Loch gefüllt mit Schwärze

Hoffnugslos den sinnfremden Gedanken meiner selbst ausgeliefert, die mich ersticken...

Rüttel mich doch wach und sag, dass es nur ein Traum ist...

Das Ende einer Geschichte

Stumm beobachtet sie ihn. Eigentlich brauchte er nichts mehr sagen, sie lass die Antwort schon längst in seinen Augen. Diese Gleichgültigkeit in seinem Blick versetzt ihr einen größeren Stich, als jeder achso-kalte Blick von ihm es jemals vermocht hatte. So war sie ihm nun am Ende egal. Nichts anderes, als jede andere Liebschaft auch, irgendein Blatt, in irgendeinem Buch in einer gottverdammten Bibliothek. War das ein passender Vergleich? Schaut so aus. Für einen Moment hält sie dieser leeren Gleichgültigkeit noch stand, ehe sie den Blick von seinen Augen losreißt. Suchend blickt sie sich im Zimmer um, stumm. Letztendlich finden ihre Augen, das, was sie gesucht haben und sie verlässt mit eben diesem Schweigen auf den Lippen sein Zimmer, in einer Hand ihren Koffer. Versprechen würde sie ihm nichts, warum auch? Wenn sie ihm egal war, würde sie nicht wieder kommen und wenn, er hatte ja noch genug Lackaffen, die ihr diesen Wunsch verwehren können. Ihr Blick war stumpf auf den Boden gerichtet, als sie durch sein Arbeitszimmer schreitet. Verhängnisvolle Erinnerungen wohnen in den Wänden, die dieses Zimmer begrenzen. Im vorbeigehen nahm sie eins der Cognacgläser vom Tisch und zerdrückte das dünne Glas in ihren Händen. Kleine Splitter blieben in ihrer Handfläche stecken, doch sie nahm es kaum war, die restlichen Überbleibsel lies sie auf den Boden fallen, an einigen klebte ihr Blut. Irgendwie musste sie ja mit der Trauer umgehen, die sich in ihr Herz schleicht und sie zu ersticken droht und Schmerz war die einzige Sache, die ihr gerade zeigte, sie war noch am Leben und musste da irgendwie durch. Um das Glas war es nicht schade, Geld genug hatte er ja und auch Angestellte, die den Dreck wegkehren würden, sobald sie verschwunden war. Die Tür schlägt laut hinter sich zu. Sie hatte sie so heftig geschlossen, dass diese sogar nicht lange so bleibt, sondern wieder aufspringt. Konnte er ruhig hören, dass sie ging, dann konnte er wenigstens sicher sein, dass sie weg war. Ihre Umwelt nahm sie nur noch verschwommen war, wie ein Farbenmeer aus undurchsichtigen Farben und Lauten. Wohl hätte man ihr ins Ohr schreien können und sie hätte es nur am Rand wahrgenommen. Doch abrupt bleibt sie stehen, eine Träne schlich sich über ihre Wange, heimlich, still und leise und rüttelt sie schließlich wach. Doch was sie wahrnahm war nicht gerade besser. Sie verwünschte ihn, verwünschte dieses Haus, verwünschte alles, was nur mit ihm zu tun hatte. In ihrer Rage, wie sie sich den Schmerz von der Seele schrie, schnappt sie sich eine Vase und warf diese gen Wand. Lautes Klirren war zu vernehmen, als das Porzellan bricht und schließlich zu Boden fällt. Für diese galt das Gleiche, wie für das Cognacglas. Ihr Tränen verschleierter Blick huscht zum Treppengeländer, ob sie ihn noch einmal sehen würde, doch sie wurde enttäuscht. Wie von allem. Mit dieser Enttäuschung im Blick verlässt sie das Haus, die Tür nun leise hinter sich schließend. Da war es nun, das Ende. Das Ende der Geschichte des Mädchens aus den Slums und des arroganten Counts, das Ende eines Märchens.


Orientierungslos stand sie vor der Tür. Wo nun hin? Zu ihrer Schwester oder zu Henry konnte sie nicht, zuviel Kummer hatte sie ihnen bereitet. Es war nie eine Option für sie gewesen, dass er sie raus warf. Sie war ratlos. Hoffnungsvoll huschte ihr Blick noch mal zu dem Haus zurück, über dessen Fassade. Stille. War kaum anders zu erwarten, sie wurde mit Gleichgültigkeit gestraft. Für ihre Naivität hatte sie das auch nicht anders verdient. Erst jetzt wurde sie sich des Schmerzes ihrer Hand bewusst, mit der sie das Cognacglas zerdrückt hatte. Sie biss sich auf die Unterlippe und stellte für einen Moment ihren Koffer ab, um den Versuch zu unternehmen, einige der Glassplitter heraus zu ziehen. Vertieft in diese Arbeit stand sie da und merkte gar nicht, das Herannahen eines Fremden…

Tu was du willst...
28.12.06 17:42
 


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