Tear form my eye <33

Das vermisste Ende

Schön, dass er mit diesem Ende glücklich war. Sollte sich mit seinen Bordsteinschwalben vergnügen, die er ab jetzt sicherlich des Öfteren aufgabelt. Wobei, wie war es denn in den letzten zwei Jahren gelaufen? Wahrscheinlich kaum anders, er würde es doch nie im Leben schaffen sich endlich mal auf eine Person fest zu legen. Bei diesem Gedanken traten ihr wieder die Tränen in die Augen, oder waren doch die Scherben, die in ihrer Handfläche stecken daran schuld? Warum musste er so verflucht kompliziert sein?! Er hatte doch gesagt, er würde sie lieben, konnte Liebe so schnell in Gleichgültigkeit umschlagen? Wenn er sie wenigstens hassen würde, dann würde er wenigstens noch irgendetwas für sie empfinden, aber gar nichts? Das konnte doch unmöglich sein Ernst sein, doch sie konnte nichts daran ändern. Im ersten Moment scheint es, als wolle der Fremde einfach an ihr vorüber schreiten, als hätte er sie nicht gesehen, doch dann hielt er plötzlich inne. Sie bemerkte ihn nicht, weder dass er fast an ihr vorbei geschritten wäre, noch, dass er jetzt anhielt. Seine Aufmerksamkeit hatte sie nur bekommen, weil sie so hilflos aussah. „Mylady?“ Keine Reaktion ihrer Seite, zu sehr war sie damit beschäftigt ihre Hände von den Glassplittern zu befreien. „Mylady, kann ich euch helfen?“ Seine Stimme ward lauter und vorsichtig legte er ihr eine Hand auf die Schulter…und rüttelt sie so aus ihren Gedanken. Erschrocken fährt zu ihm herum, schließt die Hand, wodurch sich einige der Scherben tiefer ins Fleisch graben. Ihr Gesicht ist schmerz verzogen, die Tränen hatten ihre durchsichtigen Film auf ihrer Haut hinterlassen und dieser Schmerz veranlasst sie, wieder die Hand zu öffnen. Des Fremden Blick huscht zu der Blut verschmierten Hand. Was war mit ihr passiert? Sie bekam kein Wort heraus, nur ein Kopfschütteln. Doch er sah, dass ihr Blick kurz zu dem Haus hinter ihm huscht, was ihn dazu veranlasst sich kurz zu diesem um zu drehen, ehe er sich wieder ihr zuwendet. „Wohnt ihr hier, Mylady?“ Wieder nur ein Kopfschütteln. Ob sie hier wohnte? War eigentlich eine schwere Frage, aber nein, er hatte sie rausgeworfen. Sie wohnte nicht hier, würde nie hier wohnen und dennoch treten ihr wieder die Tränen in die Augen. Wie hilflos und verzweifelt sie doch wirken musste. Nie hatte sie jemals so enden wollen, aber er hatte ja schon einige ihrer Vorsätze geschafft zu brechen und einfach über den Haufen zu rennen. Die Fragen, die der Fremde ihr sonst noch stellte, drangen nicht mehr an ihr Ohr. Der Wutanfall im Haus hatte sie ihr letztes bisschen Kraft gekostet. Sie war müde und fühlte sich elend, wie kaum in ihrem Leben zuvor. Plötzlich legte sich eine Hand sacht um sie und fast vorsichtig ihre Hand, so dass sie sich die Scherben nicht wohlmöglich noch weiter in die Handfläche hineindrückt. Umsichtig wurde sie mitgezogen und sie wehrt sich nicht. Wusste er eigentlich, dass er mit dieser herzlosen Gleichgültigkeit das Herz gebrochen hatte? Sie hatte alles aufgegeben, ihren Mann, ihren Sohn und ihre heile Welt. Es wäre etwas völlig anderes gewesen, wenn sie gegangen wäre, aus freien Stücken, weil ihr die Streitereien wieder zuviel wurden, aber so? Meinte er denn immer mit allem Spielen zu können und wenn er des Spielens müde wurde, konnte er das Spielzeug zurückwerfen oder in den Müll. An ihren Gefühlen war er nie wirklich interessiert gewesen und dennoch hatte er sie von sich abhängig gemacht, wie einen Alkoholiker von seinem Brandy. Nur am Rande nimmt sie wahr, dass sie in irgendeins der Reihenhäuser gebracht wurde, die es in London, wie in jeder Stadt zu dieser Zeit, wie Sand am Meer gab. In diesem Haus wurde sie an einem Tisch gesetzt und eine Decke geradezu liebevoll um ihre Schultern gelegt. Sie selbst hatte nicht bemerkt, dass sie zitterte wie Espenlaub. In Gedanken war sie immer noch bei dem Herren, der durch die Hintertür verschwunden war…Über den Weg laufen würden sie sich wohl nicht mehr, nie mehr. Es war vorbei, vorbei, vorbei. Sie musste es nur oft genug in ihren Gedanken sagen, dann würde schon alles gut werden, hoffte sie…

Jetzt liegt es wieder bei dir...
29.12.06 16:33
 


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No.Name (29.12.06 20:57)
Endlich.

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